Kurz gesagt: Wer eine SEO-Agentur auswählt, prüft zuerst Zugänge, Vertrag und Report, erst danach Referenzen und Preis. Ihr Google-Konto, Ihr Unternehmensprofil und Ihre Daten müssen von Tag eins an Ihnen gehören. Platz 1 kann laut Google niemand versprechen, und gekaufte Links sind laut Google Spam.
Wer einen Gebrauchtwagen kauft, fragt nach dem Scheckheft, nicht nach der Lackfarbe. Der Lack glänzt bei jedem Händler. Das Scheckheft zeigt, was wirklich passiert ist und wem das Auto gehört.
Bei Agenturen ist es genauso. Die Präsentation glänzt immer. Die Fragen, die zählen, stellt kaum jemand vor der Anzahlung.
Worauf achten Sie bei der Auswahl einer SEO-Agentur zuerst?
Zuerst darauf, wem am Ende alles gehört. Danach darauf, wie Sie aus dem Vertrag wieder herauskommen. Erst dann auf Referenzen, Sympathie und Preis.
Die Reihenfolge klingt kalt. Sie ist aber die einzige, die Sie schützt. Eine sympathische Agentur mit fremdem Schlüssel ist ein freundlicher Vermieter, der Ihr Haus nie übergibt.
Google selbst gibt eine Fragenliste für die Agenturwahl heraus. Darin wird nach Referenzen, dem Zeitraum für Ergebnisse und der Messung gefragt. Und danach, ob alle Änderungen an Ihrer Website offengelegt werden (Google Search Central, „Do you need an SEO?“, Stand 05.06.2026).
Was dort fehlt, ist der Teil, den keine Agentur gern vorliest: Zugänge, Kündigung, Report. Genau das steht in der Liste darunter.
Die 11 Dinge, die vor der Anzahlung auf den Tisch gehören
Drucken Sie die Tabelle aus und legen Sie sie ins Erstgespräch. Jede Zeile hat eine Frage. Wer bei drei Fragen ausweicht, bekommt keine Anzahlung.
| Nr. | Was Ihnen keiner sagt | Ihre Frage vor der Unterschrift |
|---|---|---|
| 1 | Die Google Search Console (das kostenlose Messwerkzeug von Google) muss auf Sie laufen. Nur Inhaber dürfen dort Nutzer hinzufügen und entfernen. | „Bin ich bestätigter Inhaber, und Sie nur Nutzer?“ |
| 2 | Ihr Google-Unternehmensprofil hat genau einen primären Inhaber. Nur er kann das Profil löschen oder übertragen. | „Wer ist primärer Inhaber? Ich, schriftlich?“ |
| 3 | Für eine erste Prüfung reicht Lesezugriff. Google rät ausdrücklich, in dieser Phase keinen Schreibzugriff zu geben. | „Reicht Ihnen für die Analyse Lesezugriff?“ |
| 4 | Platz 1 kann niemand versprechen. Das schreibt Google selbst. | „Was erwarten Sie in welchem Zeitraum, und woran messen Sie es?“ |
| 5 | Gekaufte Links verstoßen gegen die Spam-Richtlinien von Google. | „Kaufen oder tauschen Sie Links für meine Website?“ |
| 6 | Die Laufzeit steht im Vertrag, die Kündigungsfrist im Kleingedruckten. | „Wann komme ich raus, und was nehme ich mit?“ |
| 7 | Ein Report kann jeden Monat steigen, während das Telefon schweigt. | „Welche vier Zahlen zeigen Sie mir, und zählen Anfragen dazu?“ |
| 8 | Ein guter Platz für einen Suchbegriff, den niemand mit Geld in der Hand tippt, kostet wenig und bringt nichts. | „Für welche Suchbegriffe arbeiten Sie, und warum genau diese?“ |
| 9 | Eine Referenz ohne Namen, Zeitraum und Quelle ist ein Prospekt. | „Wie heißt der Kunde, welcher Zeitraum, welche Messquelle?“ |
| 10 | Texte vom Fließband tragen Ihren Namen, aber nicht Ihr Wissen. | „Wer schreibt, und wer prüft fachlich, bevor es online geht?“ |
| 11 | Wer an Ihrer Website arbeitet, hat Ihren Schlüssel. Jede Änderung gehört aufgeschrieben. | „Bekomme ich eine Liste aller Änderungen?“ |
Punkt 1 ist der wichtigste. Google beschreibt in der Hilfe zu Inhabern und Nutzern der Search Console, dass Inhaber andere Inhaber entfernen können. Wer nur Nutzer ist, steht im eigenen Haus als Gast.
Punkt 2 gilt genauso für das Profil in Google Maps. Laut Google-Hilfe zu Rollen im Unternehmensprofil gibt es pro Profil genau einen primären Inhaber mit voller Kontrolle. Administratoren dürfen fast alles, aber keine Nutzer entfernen.
Punkt 5 ist keine Geschmacksfrage. Google nennt Geld gegen Links ausdrücklich als Spam (Spam-Richtlinien, Stand 02.09.2026). Gekaufte Links sind gemietete Gäste auf der eigenen Hochzeit. Sie essen mit, aber keiner kennt sie.
Spielt es eine Rolle, ob die Agentur aus dem Bergischen Land kommt?
Weniger, als Agenturen aus der Region behaupten. Die Postleitzahl ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, ob jemand weiß, wie Ihre Kunden suchen.
Ein Dachdecker aus Remscheid wird nicht für „Dach“ gefunden. Er wird für „Dachdecker Lennep“ oder „Sturmschaden Dach Remscheid“ gefunden. Wer das versteht, kann in Köln sitzen. Wer es nicht versteht, hilft Ihnen auch nicht, wenn er um die Ecke wohnt.
Nähe hat trotzdem zwei echte Vorteile:
- Man kann vorbeifahren und sich den Betrieb ansehen, bevor man über ihn schreibt.
- Man kennt die Ortsteile, die Ihre Kunden in die Suche tippen.
Fragen Sie deshalb nicht „Wo sitzen Sie?“. Fragen Sie: „Welche drei Suchbegriffe würden Sie für meinen Betrieb zuerst angehen?“ Eine gute Antwort beginnt mit: „Dafür schauen wir zuerst in Ihre Daten.“
Beim Vergleich mehrerer Agenturen hilft die Tabelle oben mehr als jede Bewertungsplattform. Alle bekommen dieselben elf Fragen. Danach liegen die Antworten nebeneinander wie drei Kostenvoranschläge für dasselbe Dach.
Was darf die Betreuung kosten, und wann wird billig teuer?
Ein guter Preis ist einer, der vorher feststeht und hält. Ein Festpreis ist ein Kostenvoranschlag, der hält. Ein Stundenzettel ist ein Kostenvoranschlag, auf dem später das Kaffeekochen steht.
Billig wird teuer, wenn die Agentur am Ende Ihre Zugänge behält. Dann zahlen Sie beim Wechsel ein zweites Mal, nur um wieder an Ihre eigenen Daten zu kommen.
Teuer wird auch eine Abrechnung als Prozent vom Werbebudget. Wer so verdient, ist der Tankwart, der Ihren Verbrauch festlegt.
Unsere Zahlen stehen offen auf der Preisseite mit allen Paketen. Laufende Betreuung für die Google-Suche beginnt bei 890 Euro im Monat. Wer vorher nur einen Plan will, bucht den Sichtbarkeits-Plan für 120 Euro: 30 Minuten mit Voranalyse. Der Betrag wird bei einer Beauftragung voll angerechnet.
Das ist keine Anzahlung, sondern eine Probefahrt mit Protokoll. Sie dürfen danach auch woanders kaufen.
Woran Sie die Alibi-Agentur vor der Unterschrift erkennen
Sie erkennen sie daran, dass sie bei Zugängen und Kündigung vage wird und bei Kurven sehr genau.
Die Szene kennt fast jeder Betrieb, der schon einmal gewechselt hat. Der Vertrag läuft weiter. Der Report kommt pünktlich am Ersten, 40 Seiten, alle Kurven zeigen nach oben. Das Telefon klingelt so selten wie vorher. Und als Sie kündigen wollen, liegen Ihr Google-Profil und Ihre Messdaten auf dem Konto der Agentur.
So sieht eine Alibi-Agentur aus: Sie produziert keine Kunden, sondern Beruhigung.
Bei uns ist die Betreuung nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit monatlich kündbar, ohne Begründung. Sie bekommen alle Zugänge, Inhalte und Auswertungen mit. So steht es in den Fragen auf unserer Preisseite. Der Monatsreport hat vier Zahlen und eine Empfehlung, auch in den flachen Monaten.
Und eine Referenz, die Sie prüfen können, hat Namen, Zeitraum und Quelle. Ein Beispiel aus unseren Referenzen mit Messquelle und Zeitraum: Bei der Event Arena, einer Eventlocation, stiegen die organischen Besucher im ersten Jahr nach dem Start im Juni 2025 um 152,2 %. Quelle ist die Google Search Console. Beispiel aus unserer Arbeit, kein Versprechen für andere.
Wann Sie gar keine Agentur brauchen
Wenn Ihr Auftragsbuch für ein Jahr voll ist, brauchen Sie keine. Mehr Anfragen, die Sie absagen müssen, ärgern nur Ihre Kunden.
Auch ein Betrieb mit einem Ort und einer Leistung kommt oft allein weit. Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, echte Fotos hochladen, auf jede Bewertung antworten, eine Seite pro Leistung. Was ein kleiner Betrieb selbst schafft und wofür sich Geld lohnt, steht im Ratgeber zu Google für kleine Betriebe.
Was wir nicht machen: Zwölfmonatsverträge mit Kündigungsfrist, gekaufte Links, Platz-1-Versprechen. Und wenn wir nach der ersten Analyse keinen Hebel sehen, sagen wir das, statt ein Angebot zu schreiben.
Wir sind auch eine Agentur. Tut uns leid. Darum steht diese Liste hier, damit Sie sie auch uns vorlegen.
Wer laufende Hilfe sucht, findet auf der Seite zur SEO-Beratung ohne Knebelvertrag unsere Arbeitsweise und die Liste, was wir bewusst weglassen.
Häufige Fragen
Wie vergleiche ich Agenturen für Google-Sichtbarkeit?
Mit denselben Fragen an alle. Legen Sie jeder Agentur die elf Punkte aus der Tabelle vor und schreiben Sie die Antworten nebeneinander. Wer bei Zugängen, Kündigung oder Referenzen ausweicht, fällt raus, egal wie gut die Präsentation war.
Brauche ich eine Agentur aus dem Bergischen Land?
Nein. Sie brauchen eine Agentur, die versteht, wie Ihre Kunden in Ihrer Gegend suchen. Nähe hilft, weil man den Betrieb ansehen kann. Sie ersetzt aber keine Antwort auf die Frage nach den ersten drei Suchbegriffen.
Darf eine Agentur Platz 1 bei Google versprechen?
Versprechen darf sie es, halten kann sie es nicht. Google schreibt selbst, dass niemand Platz 1 garantieren kann. Ein solches Versprechen ist ein Grund, das Gespräch freundlich zu beenden.
Wie lange sollte ich mich binden?
So kurz wie möglich, so lang wie nötig, und mit klarer Regel danach. Sichtbarkeit bei Google ist eine Dauerkarte, kein Einzelticket. Wichtiger als die Laufzeit ist, dass Sie nach dem Ende monatlich kündigen können und alle Zugänge behalten.
Bringen Sie die elf Fragen in ein Gespräch mit uns und hören Sie bei jeder Zeile eine klare Antwort: Erstgespräch mit der Fragenliste vereinbaren.



